Städtische Galerie Wollhalle

Die Wollhalle gehörte nach dem 2. Weltkrieg zu jenen historischen Fassaden, die zwar das Stadtbild prägten, aber der Öffentlichkeit war das Gebäude nicht zugänglich. Einzig in der unteren Etage befand sich die Theaterwerkstatt. Erbaut als herzoglicher Pferdestall erwarben im Jahre 1817 die Güstrower Stadtväter das Gebäude zur Einlagerung der im Land produzierten Wolle. Die Wollhalle war aber nicht nur Lagerplatz, sondern auch aufgrund ihrer zentralen Lage zur Nebel Handelsort. Am 2. Juli 1818 fand in der Wollhalle der 1. Wollmarkt statt, der in der Folgezeit alljährlich abgehalten wurde.

Schon 1820 erwies sich die Wollhalle für die aus 156 Schäfereien angelieferte Wolle als zu klein und so beschloss 1823 die Stadtkämmerei das Gebäude nicht nur zu sanieren, sondern auch um 2 Etagen aufzustocken. In einem Anbau wurde die Waage, eine Aufzugswinde, eine Treppe sowie ein Büro untergebracht. Das Gebäude erhielt sein heutiges Aussehen.1993 unternahm die Stadt erste Versuche, in der Wollhalle Ausstellungen zu organisieren. 1999 wurde das Gebäude vollständig saniert, wobei die historische Raumaufteilung erhalten blieb. Mit ein wenig Phantasie kann man sogar noch den ehemaligen Pferdestall erahnen und durch den Erhalt der originalen Aufzugswinde ist auch noch die Nutzung als Wollhalle erkennbar. Es entstanden moderne Galerieräume im historischen Ambiente.

Spielräume: Britta Matthies und Horst Matthies – Bilder, Bücher, Objekte (21. Mai – 04. September 2022)

In dieser Ausstellung gewähren die Künstlerin Britta Matthies und ihr Mann, der Autor Horst Matthies, einen spannenden Einblick in ihr jeweiliges Schaffen.

Die Grafikerin und Malerin Britta Matthies, geb. 1949 in Graupa, präsentiert einen Querschnitt aus ihrem großen Œuvre. In diesem bildet die reizvolle Landschaft Mecklenburgs ein wiederkehrendes Motiv. Darüber hinaus fließen Orte, die sie besucht hat oder besondere Momentaufnahmen des alltäglichen wie nichtalltäglichen Lebens in ihr Wirken hinein. Die Bildthemen der Künstlerin sind so spannend und vielfältig wie die von ihr eingesetzten Techniken: Neben Landschaftsdarstellungen sind dies u.a. Stillleben, Schattenstudien sowie herausragende perspektivische Darstellungsweisen von Stadtansichten. Als Ausdrucksmittel dienen Britta Matthies druckgrafische Techniken wie Holzschnitt oder
Radierung, die Malerei und darüber hinaus Kohle- und Pastellzeichnungen. In der Wollhalle zeigt sie einen umfangreichen Querschnitt ihrer Arbeiten, darunter Zeichnungen, Ölbilder, Aquarelle, Lithografien, Radierungen sowie Holzschnitte,
Objekte aus Zinkplatten und eine Installation mit Holzschnitten. Ergänzt werden diese durch eine Videodokumentation über die Künstlerin und einer weiteren über das Kunstprojekt „Menschenwerk“, an dem sie beteiligt war, welches anlässlich des 55. Jahrestages der Zerstörung des Gotischen Viertels in Wismar ins Leben gerufen wurde.

Zum Gesamtwerk von Britta Matthies zählen im Weiteren Illustrationen, die sie für Publikationen von Horst Matthies angefertigt hat. Das bewegte Leben des 1939 in Radebeul geborenen Schriftstellers, Verlegers und Buchhändlers fand und findet Eingang in sein literarisches Schaffen. Nach seiner langjährigen Beschäftigung bei der Bereitschaftspolizei absolvierte Horst Matthies ein Studium am „Institut für Literatur Johannes R. Becher“ in Leipzig. Seitdem wirkt er als freischaffender Autor, hat zahlreiche Theaterstücke, Erzählungen, Romane sowie Kinderbücher und Hörspiele geschrieben. Zwischenzeitlich war Horst Matthies auch immer mal wieder abseits des Schreibtisches tätig, etwa als Tiefbauarbeiter an der Drushbatrasse (Ukraine). Die dort gesammelten Erfahrungen und Eindrücke hat er als Mitautor des Buchs „Abenteuer Trasse“ festgehalten. Dieses wird in der Ausstellung ebenso präsentiert wie seine Geschichten, Romane, Kinder- und
Faltbücher, die von Britta Matthies illustriert wurden.

Begleitend zu Ausstellung findet im Rahmen von „Kunst Offen“ am Pfingstmontag um 14:30 Uhr eine Künstlerführung statt. Um Anmeldung wird gebeten unter 03843 / 769 169
bzw. madleen.hoffmeister@guestrow.de.

Ausstellungen 2022

03. Oktober bis 27. März 2022*
Helmut Schmidt: 100 Jahre in 100 Bildern


21. Mai – 04. September 2022*
Spielräume: Britta Matthies und Horst Matthies – Bilder, Bücher, Objekte

Eröffnung: 20. Mai, 18 Uhr

03. Oktober 2022 – 15. Januar 2023*
3. Laienkunstausstellung des Landkreises Rostock und der Barlachstadt Güstrow
Eröffnung zur Kunstnacht am 02. Oktober, 18 Uhr

*Änderungen vorbehalten

Eröffnungsabend 2. Laienkunstausstellung - 21.02.2020

Videobeiträge

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Bilder

Grundriss Ausstellungsraum (Skizze)