Nachrichten und Informationen aus der Barlachstadt Güstrow

Google Street View - Widerspruch ist möglich

Die Nachricht ging durch die Medien, dass der Internetdienst "Google Street View" beabsichtigt, detaillierte Bilder von Häusern und Straßenzügen deutscher Städte und Gemeinden ins Netz stellen will. Auch die Stadtvertreter der Barlachstadt Güstrow beschäftigten sich in ihrer letzten Sitzung mit diesem Thema – unter besonderer Beachtung des Verbraucherschutzes.

Worum geht es? Bereits jetzt kann man unter "Google Maps" eine virtuelle Reise auf den Straßen europäischer Metropolen unternehmen. Unter Street View versteht man die letzte Zoom-Ebene der Karte. Nach dem Hineinzoomen stehen Sie virtuell mitten auf der Straße und können sich umschauen, ein Panoramabild öffnet den Blick auch auf Details: Häuser, Vorgärten, Schilder und Autos, Menschen.... (Ähnlich wie im Internetauftritt der Barlachstadt Güstrow der virtuelle Stadtrundgang.) Derzeit werden in ganz Deutschland deshalb Straßenansichten für diesen modernen Internetdienst mit Kamerafahrzeugen aufgenommen. Laut Ankündigung im Internet sollen auch in Güstrow im April und Mai 2010 Aufnahmen gemacht werden. Google versichert: "Wir verwenden eine hochmoderne Software, um Gesichter unkenntlich zu machen, sodass eine Identifizierung von Passanten unmöglich ist. Auch Autokennzeichen werden unkenntlich gemacht. Weitere Informationen über den Schutz Ihrer Privatsphäre erhalten Sie auf unserer Seite zum Datenschutz." (Nähere Informationen zum Thema „Google Street view“ sind über die Adresse http://maps.google.de/help/maps/streetview/index.html abrufbar.)

Ein neuer kostenfreier Service für Internetnutzer?
Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sieht das kritisch und führt unter http://www.bmelv.de/cln_183/SharedDocs/Standardartikel/Verbraucherschutz/Internet-Telekommunikation/GoogleStreetview.html aus:

"...Dabei ist "Google Street View" für Internet-Nutzer nur auf den ersten Blick ein kostenloser Service. Denn letztlich zahlen alle Bürgerinnen und Bürger dafür: mit einem Verlust der Privatsphäre, der durch das millionenfache Abbilden von Häusern und Gärten entsteht.
Das Bundesverbraucherschutzministerium empfiehlt daher betroffenen Bürgern, die eine Veröffentlichung ablehnen, vorsorglich von ihrem Widerspruchsrecht Gebrauch zu machen, damit die Fotos nicht im Internet publiziert werden können. Im Widerspruch muss das Gebäude zusätzlich zur Adresse näher beschrieben werden (zum Beispiel die Farbe des Hauses, Balkone, markante Gebäude in der Umgebung oder sonstige Auffälligkeiten), damit es auch unabhängig von der genauen Hausnummer identifiziert werden kann. Um die richtigen Häuser aus der Anwendung zu entfernen, wird Google bei einem Widerspruch voraussichtlich noch einmal auf Sie zukommen, damit Sie anhand eines von Google noch zu entwickelnden Tools Ihr Haus identifizieren…. Ein Widerspruch gegen die Veröffentlichung von Aufnahmen der eigenen Person, von eigenen Kraftfahrzeugen und selbst bewohnten oder genutzten Gebäuden und von Grundstückseigentum kann bei Google formlos unter den folgenden Adressen erhoben werden:
• Per E-Mail: streetview-deutschland@google.com
• Per Briefpost: Google Germany GmbH, Betr. Street View, ABC-Straße 19, 20354 Hamburg.“

Hilfreich sind die im Internet auf der Seite des BMELV zu findenden Musterschreiben für das Einlegen von Widersprüchen
http://www.bmelv.de

 

Frau Barbara Zucker, Barlachstadt Güstrow, Pressestelle am 13.04.2010