Nachrichten und Informationen aus der Barlachstadt Güstrow

Bürgermeister legte Jahreswirtschaftsbericht 2008 vor

Anknüpfend an die Tradition der letzten Jahre legte Bürgermeister Arne Schuldt am gestrigen Abend den Stadtvertretern der Barlachstadt Güstrow auf ihrer letzten Sitzung in dieser Legislaturperiode den Jahreswirtschaftsbericht 2008 vor. Es ist der 5. Bericht in seiner Amtszeit. Der Bericht dient, wie Bürgermeister Schuldt ausführte, "der kontinuierlichen Beobachtung der Entwicklungen in der Stadt sowie den daraus resultierenden Auswirkungen auf alle Bereiche des öffentlichen Lebens". Dabei werden die Zahlen der letzten fünf Jahre gegenübergestellt, so dass sich in diesem Berichtsjahr erstmals vollständige Entwicklungsreihen darstellen und auswerten lassen. Schwerpunkte in der Berichterstattung sind Untersuchungen in den Bereichen Bildung, Tourismus, Wohnen und demographische Entwicklung, Wirtschaft, Verkehr und kommunale Betriebe.

Bürgermeister Schuldt hob folgende Erkenntnisse aus dem Bericht hervor:

Wohnen und demographische Entwicklung
Am 31.12.2008 betrug die Einwohnerzahl mit Haupt- und Nebenwohnsitz in Güstrow 31.222. Die Zahl der Einwohner mit Hauptwohnsitz ist erstmalig unter 30.000 gefallen. Vergleicht man die Entwicklung mit den Prognosen aus dem ISEK 2005 (Integriertes Stadtentwicklungskonzept), liegt die tatsächliche Entwicklung über der aufgestellten Prognose. Allerdings ist ein weiterer Rückgang der Bevölkerung zu verzeichnen. Bundesweite Prognosen für 2025 sehen eine Abnahme der Einwohner um 10 % im gesamten Landkreis.
Während die Einwohnerzahl in der Südstadt und dem Schweriner Viertel weiterhin zurück ging, hält der seit 2001 in der Altstadt zu verzeichnende positive Trend an. Mit einem Plus von 16 Personen gegenüber 2007 hat die Altstadt nunmehr 2.596 Einwohner.
Mit den Wohnungsunternehmen wurde eine Streckung des Rückbauvolumens vereinbart. Seit 2002 wurden 683 Wohnungen vom Markt genommen, davon 355 in der Südstadt. Die meisten Abbrüche wurden im Rahmen des Programms „Stadtumbau Ost“ gefördert. Am Bärstämmweg wurden 2008 erstmals 40 Wohnungen abgebrochen.
Inzwischen liegt die Leerstandsquote in der Gesamtstadt bei 7,07 %. Im Jahr 2002 lag sie bei 12,7 %. Insgesamt ist bemerkenswert, dass trotz der 683 abgebrochenen Wohnungen gegenüber 2002 nur ein Rückgang der Wohnungsanzahl um 372 Wohnungen zu verzeichnen ist - gegenüber dem Vorjahr sogar ein Anstieg um 58 Wohnungen. Dies bedeutet, dass trotz eines Rückgangs der Bevölkerung der Wohnungsleerstand weiter abnahm. Im Umkehrschluss kann festgestellt werden, dass sich die Personen pro Haushalt reduzierten.
Trotz einer insgesamt feststellbaren positiveren Entwicklung bleiben die Altstadt, der 3. BA der Südstadt und der Bärstämmweg weiterhin Gebiete mit besonderem Beobachtungs- und Handlungsbedarf.

Wirtschaft
Der Bestand an Arbeitslosen für den Standort Güstrow knüpfte im Dezember 2008 mit 2.615 an die rückläufigen Zahlen des Vorjahres an. Parallel dazu ist ein Rückgang der Anzahl der Maßnahmen und Arbeitnehmer in ABM, SAM, MAE, MAE-Entgelt und Kommunal Kombi von 99 auf 62 Maßnahmen und von 740 auf 500 Arbeitnehmer zu verzeichnen.
Die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze ist zum zweiten Mal nach 2007 wieder gestiegen. Die aktuelle Zahl lautet 11.583.
Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer haben sich von 4,1 Mio. € auf 4,8 Mio. € erhöht. Bei insgesamt 10 Unternehmen weniger gegenüber 2007 – die Gesamtzahl beträgt gemäß Angabe der Kämmerei 1.627 - verlief die Entwicklung trotzdem positiv. Der Anteil der Betriebe, die nicht gewerbesteuerpflichtig sind, ging um ca. 3 % zurück.
Das schmerzlichste Ereignis des Jahres 2008 war für den Wirtschaftsstandort Güstrow die Schließung der Zuckerfabrik, einer der wenigen Industriebetriebe, wodurch ca. 100 Arbeitsplätze verloren gingen. Der Abschluss eines städtebaulichen Vertrages zwischen der Nordzucker AG und der Barlachstadt Güstrow dient neben dem geordneten Rückbau der Industrieanlage vor allem der Sicherung des Industriestandortes.
Dem gegenüber steht die Errichtung des Bioenergieparks, die 2009 endgültig abgeschlossen wird. Die Weichen hierfür wurden im April 2008 durch den Genehmigungsbescheid des STAUNS gestellt. Mit 100 Mio. € Investitionssumme entsteht die weltgrößte und innovativste Biomethanproduktionsstätte bei gleichzeitiger Schaffung von ca. 30 Arbeitsplätzen vor Ort sowie weiterer 20 Arbeitsplätze bei Transport- und Serviceunternehmen in der Region. Am Bau sind vor allem regionale Unternehmen beteiligt.
Weiter ungebrochenen ist auch der Erfolg der GüstrowCard. Dabei betrug der monatliche Warenumsatz, auf dem die GüstrowCard-Partnergeschäfte Bonuspunkte an treue Kunden vergeben, im April 2008 erstmals mehr als 600.000 €. Mit mehr als 12.000 Karteninhabern und über 200 Partnergeschäften ist die GüstrowCard inzwischen eine der 10 größten CityCards in ganz Deutschland.
Die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Barlachstadt Güstrow ist kritisch im Zusammenhang mit der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise zu betrachten.

Schulträger Barlachstadt Güstrow
In den letzten 5 Jahren hat die Schülerzahl an den Schulen der Barlachstadt Güstrow von 2.138 auf 1.705 abgenommen. Im gleichen Zeitraum ging die Anzahl der Klassen von 105 auf 89 zurück. Trotz des längeren gemeinsamen Lernens in Klasse 5 und 6 an den regionalen Schulen hat es keine Zunahme der Schülerzahlen gegeben. Die konkreten Erfahrungswerte zum Übergang der Schüler nach der 6. Klasse zum Gymnasium beweisen, dass die politisch angestrebte Quote von 50 Prozent möglich ist. Dies bedeutet in den oberen Klassen der regionalen Schulen eine erhebliche Klassenreduzierung. Bei der Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung ist dies zu berücksichtigen.
Kindertageseinrichtungen
In unserer Stadt leben 2.612 Kinder im Alter von 0 bis 10 Jahren.
Es werden 1.983 Kinder in den 73 Kindertageseinrichtungen betreut. In dieser Zahl sind 154 Kinder aus den umliegenden Gemeinden enthalten.
Das Angebot an Plätzen in der Barlachstadt ist bei allen drei Betreuungsarten als gut einzuschätzen. Die Aufteilung der Einrichtungen auf die Stadtteile ist gleichmäßig. In allen Stadtteilen, wie Südstadt, Nordstadt, Weststadt und Altstadt werden alle drei Betreuungsarten vorgehalten. Die fahrtechnische Erreichbarkeit der Einrichtungen ist sowohl mit dem Bus als auch mit dem PKW gegeben. Im Ortsteil Suckow sind Kindertagespflegeplätze vorhanden.

Auswertung des Tourismusjahres 2008
Über das Statistische Amt wurde auch im Jahr 2008 eine erhebliche Zunahme der Übernachtungen im gewerblichen Bereich (ab 8 Betten) in der Barlachstadt Güstrow nachgewiesen. Lag diese im Jahr 2007 bei 152.853 Übernachtungen, konnten 2008 insgesamt 169.817 gewerbliche Übernachtungen registriert werden.
Das Jahr 2008 hatte wieder viele neue touristischen Höhepunkten zu bieten, wie den Beitritt Güstrows zur "Europäischen Route der Backsteingotik", die Übertragung der „Aktuellen Schaubude“ aus Güstrow, die Fertigstellung des Virtuellen Stadtrundgangs sowie die Vorbereitungen Güstrows als Außenstandort der BUGA 2009 in Schwerin.
Besonders erfreulich sind dabei die immer engere Zusammenarbeit und die einheitlichen Printprodukte der Partner aus Kultur und Freizeit hier in der Stadt. Es sind bereits erste Erfolge spürbar - kontinuierlich steigende Besucherzahlen in den Kultur- bzw. Freizeiteinrichtungen wie NUP (2008: 149.000 Besucher), OASE (2008: 182.000 Besucher) und erfreulicherweise der auch leicht positive Trend in der Städtischen Galerie Wollhalle, dem Städtischen Museum und dem Theater. Leider konnten das Schloss und die Barlach-Stiftung ihre Zahlen nicht steigern.
Insgesamt wurden durch das engere Zusammenrücken der Partner und zukunftsweisende Entscheidungen die Weichen in wesentlichen Bereichen neu gestellt. So beschloss die Stadtvertretung eine institutionelle Förderung des GüstrowTourismus e.V. für die Haushaltsjahre 2009 bis 2018 in Höhe von 100.000,00 € als jährlichen Zuschuss, einschließlich des Betriebes des städtischen Museums.

Kommunale Investitionen
Die Gesamtsumme der Investitionen der Stadt betrug 2008 9,25 Mio. €.
Die Schwerpunkte der Stadtentwicklung lagen weiterhin auf der Altstadtsanierung und den Schulen. Diesem Ziel folgend wurden im Sanierungsgebiet 4 Mio. € und im Bereich der Abteilung Bildung 3,3 Mio. € investiert. Mit der Domstraße wurde eine der wichtigsten Straßen in der Altstadt saniert.
Die kommunalen Betriebe haben im gleichen Zeitraum ca. 8,5 Mio. € investiert. Die WGG ist mit 6 Mio. € Spitzenreiter.

Den vollständigen Jahreswirtschaftsbericht finden Sie im Internet unter
http://www.guestrow.de/wirtschaft-und-tourismus/jahreswirtschaftsbericht.html