Nachrichten und Informationen aus der Barlachstadt Güstrow

BioEnergie Park bei Güstrow feierte Richtfest

Nachwachsende Rohstoffe aus der Region leisten dauerhaften Beitrag zur Energieversorgung Deutschlands

Mit einem zünftigen Richtfest feierte die NAWARO Engineering GmbH am 2. Oktober 2008 die Fertigstellung des Rohbaus des NAWARO BioEnergie Parks nördlich von Güstrow. Zu den 200 geladenen Gästen zählte auch Bundesminister Wolfgang Tiefensee: "Alternative Energien sind eines der Zukunftsfelder für Ostdeutschland. Mit der Errichtung dieser Anlage werden neue Maßstäbe bei der effizienten Nutzung nachwachsender Rohstoffe zur Energiegewinnung gesetzt. Die Investition am Standort Güstrow ist nicht nur für die wirtschaftliche Entwicklung der Region von großer Bedeutung, sondern eröffnet viel versprechende Wege in eine Zukunft mit erneuerbaren Energien."

Für die Zukunft bauen: Industrielle Produktion von Biogas
In ihrer Dimension und Leistungsfähigkeit ist die Anlage weltweit einmalig: Auf einer Fläche von 20 Hektar, also etwa 27 Fußballfeldern, soll hier Biogas aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais, Getreide und Grasschnitt in industriellem Maßstab erzeugt werden; Investitionen von rund 100 Mio. Euro sind dafür notwendig. Mit einem speziell entwickelten Verfahren wird das Biogas zu Biomethan aufbereitet, so dass es in das Erdgasfernleitungsnetz eingespeist werden kann. Dadurch ist eine dezentrale Nutzung an den Verbrauchsschwerpunkten möglich. Die erste Einspeisung in das Gasfernleitungsnetz ist für Juni 2009 geplant, ab 2010 sollen 46 Mio. Kubikmeter Biogas pro Jahr in das Netz fließen. "Mit dieser Größenordnung leistet der NAWARO BioEnergie Park Güstrow einen substanziellen und vor allem dauerhaften Beitrag für eine Energieversorgung aus erneuerbaren Energiequellen", sagte Felix Hess, Geschäftsführer der NAWARO Engineering GmbH und Vorstand der NAWARO BioEnergie AG. Schließlich könne mit diesem Volumen eine Kleinstadt mit bis zu 50.000 Einwohnern konstant mit Energie versorgt werden. "Im Vergleich zu anderen erneuerbaren Energien wie Sonne und Wind ist eine kontinuierliche Energieproduktion gewährleistet", so Hess weiter.

Dr. Eckhard Pratsch, Bauleiter und Direktor der NAWARO Engineering GmbH, einem Tochterunternehmen der NAWARO BioEnergie AG, schilderte den Baustand: "Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir circa 14 Mio. Euro verbaut. 20 Fermenter für die spätere Biogasproduktion, drei Gärrestspeicher und das Erdgeschoss des Bürogebäudes sind fertig." Seit 14 Tagen wird bereits die erste Maissilage eingelagert: 70 Prozent des 60.000 Tonnen fassenden Silos sind gefüllt. „Bevor der Frost kommt, muss das komplette Rohrleitungssystem für die Gärreste in der Erde sein“, beschrieb Pratsch die nächsten Bauschritte. "Anfang März wollen wir in das Bürogebäude einziehen." Um dieses Ziel zu erreichen, sind derzeit 90 Arbeiter auf der Baustelle beschäftigt; zum Bauhöhepunkt im Frühjahr werden es 150 bis 160 sein. Mit dem Baufortschritt zeigte sich Pratsch zufrieden: "Wir sind unserem Bauplan um vier Wochen voraus."
Der Bürgermeister der Stadt Güstrow, Arne Schuldt, hieß das Unternehmen willkommen: "Als Bürgermeister der Barlachstadt Güstrow gratuliere ich dem Unternehmen NAWARO BioEnergie AG zur Entscheidung, hier in unserer Stadt eine der modernsten Industrieanlagen auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien zu errichten. Ich bin überzeugt, dass Güstrow langfristig davon profitieren wird. Wir sind froh, mit dieser innovativen Biomethanproduktionsstätte ein zukunftsträchtiges Pilotprojekt hier vor Ort zu haben, das neue Arbeitsplätze schafft und die Existenz der landwirtschaftlichen Betriebe sichert."

Für Landwirte Anbau von Energiepflanzen sinnvolle Alternative
Die für die Inbetriebnahme der Anlage erforderliche Biomasse bezieht das Unternehmen von Landwirten aus der Region, insgesamt 450.000 Tonnen pro Jahr. "Die Zulieferung der Energiepflanzen haben wir mit den Landwirten in langfristigen Lieferverträgen vereinbart", erläuterte Pratsch das Konzept. "Dabei legen wir großen Wert auf eine stabile und langfristige Partnerschaft." 60 Prozent der Rohstoffe sind bereits vertraglich zugesichert. Im Gegenzug erhalten die Landwirte den so genannten Presskuchen sowie Flüssigdünger, beides Produkte, die aus den bei der Biogasproduktion anfallenden Gärresten gewonnen werden. "Anfangs waren die Landwirte eher zögerlich, mittlerweile ist das Interesse aber gestiegen", freut sich Pratsch. Für viele stellt der Anbau von Energiepflanzen eine sinnvolle Alternative zur Flächenstilllegung durch die EU dar.

Die Finanzierung des NAWARO BioEnergie Parks Güstrow wird jeweils zur Hälfte mit einem Fonds und Bankkrediten getätigt. An der Anlage eines geschlossenen Mobilienleasingfonds können sich Privatinvestoren beteiligen und auf diese Weise die Entwicklung und Anwendung modernster Technologie unterstützen. Zudem bietet die Fondsgesellschaft IGB NAWARO BioEnergie GmbH & Co. KG eine attraktive Rendite (weitere Informationen unter www.igb-ag.de).

Über die NAWARO BioEnergie AG:
Die NAWARO BioEnergie AG mit Sitz in Leipzig wurde im Jahr 2005 von Dr. Balthasar Schramm und Felix Hess gegründet. Das Unternehmen plant, errichtet und betreibt BioEnergie Parks in Nord- und Ostdeutschland, mit denen in industriellem Maßstab Energie aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugt wird. Dieser Ansatz ist im Bereich der erneuerbaren Energien einzigartig. Mehr Informationen unter www.nawaro.ag.