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Stadtmuseum am Franz-Parr-Platz 10

Museum Franz-Parr-Platz 10 - Bild 2Seit dem 2. Oktober 2003 befindet sich das Museum der Stadt Güstrow in seinem neuen Domizil am Franz-Parr-Platz 10. Die kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen haben nach 50 Jahren eine neue Heimat in dem schlichten klassizistischen Bau vis-a-vis des alten Standortes gefunden.

Das Gebäude wurde 1826 als Spital des Landarbeitshauses errichtet. Vorgängerbau war die zur damaligen Schlossanlage gehörende "Gärtnerwohnung", die vermutlich aus dem 1. Drittel des 18. Jahrhunderts stammt. Von 1945 bis 1998 beherbergte es eine Abteilung des Städtischen Krankenhauses. Im Zeitraum von 1998 - 2000 wurde das Gebäude aufwendig saniert.

Heute befindet sich im Untergeschoss das Stadtarchiv. Das Museum nutzt das Erd- und Obergeschoss des Hauses.

Die neue Dauerausstellung macht die historische Bedeutung Güstrow´s als Zentrum geistiger, politischer und künstlerischer Auseinandersetzungen sowie die bevorzugte Stellung der Stadt innerhalb des Landes Mecklenburg sichtbar. Die umfänglichen Bestände bieten dabei die Möglichkeit, diese Entwicklung in historisch relevanter Weise darzustellen und für den Besucher erlebbar zu machen. Dabei kann jedoch auf Grund der räumlichen Situation nur auf ausgewählte Themen der Stadtgeschichte Bezug genommen werden.

Zu den Besonderheiten des Güstrower Stadtmuseums gehören eine 12000 Blatt umfassende Theaterzettelsammlung sowie der überwiegende Teil des künstlerischen Nachlasses des in Güstrow geboren Malers, Kopisten und Restaurators Otto Vermehren (1861-1917), der ab 1900 in Florenz als Direktor die Restaurierungswerkstätten der Uffizien leitete.

Zu Beginn der Ausstellung wird der Besucher mit der über 100jährigen Geschichte des traditionsreichen Museums bekannt gemacht. Ein erster Schwerpunkt ist die Darstellung des mittelalterlichen Güstrow´s, einschließlich der Präsentation neuester Grabungsergebnisse im Innenstadtbereich. Daneben werden im Erdgeschoss aus dem umfänglichen kunstgeschichtlichen Sammlungsbestand die deutschen Expressionisten mit so bedeutenden Malern wie Erich Heckel und Christian Rohlfs vorgestellt. Im Multimedia-Raum hat der Besucher die Möglichkeit, in einem kurzen Einführungsfilm ungestört von anderen Gästen eine stadtgeschichtliche Einstimmung zu erfahren. Für die museumspädagogische Arbeit steht ebenfalls im Erdgeschoss ein gesonderter Raum zur Verfügung. Zum attraktiven Angebot für Schüler und Lehrer gehören Dia-Vorträge, Kunstbetrachtungen und Führungen.

Ausstellungsschwerpunkt im Obergeschoss ist die Dauerausstellung der Stadt als Residenz der Herzöge von Mecklenburg-Güstrow. Akzente setzen hier die Regierungszeit Herzog Ulrichs (1556 - 1603), Wallensteins Belehnung mit Mecklenburg sowie die Regierungszeit Herzog Gustav Adolfs (1654 - 1694), mit dem die Güstrower Herzogslinie erlosch. Hintergrundinformationen können über ein Terminal abgerufen werden. Das 18. Jahrhundert ist ein weiteres Thema zur Stadtgeschichte. Der Besucher kann sich über den Nordischen Krieg, die Unruhen um Herzog Karl Leopold und den Siebenjährigen Krieg mit ihren Auswirkungen auf die Stadt informieren. Ein weiterer Höhepunkt ist die Präsentation zum Leben und Werk Georg Friedrich Kerstings (1785 - 1847). Das Museum besitzt eine kleine, kostbare Sammlung Kerstingscher Arbeiten. Sie werden in der Ausstellung durch Leihgaben aus Museen und Privatbesitz vervollständigt. Die Befreiungskriege von 1813/14 werden in einer größeren Installation dargestellt. Sie nimmt Bezug auf das historische Ereignis der Fahnenniederlegung der mecklenburgischen Freiwilligen Jäger im Dom zu Güstrow 1838.

Museum Franz-Parr-Platz 10Der nächste Themenkomplex behandelt die klassizistische Bürgerstadt Güstrow. Die Besucher können sich über die klassizistische Stadterneuerung um 1800 informieren und über den Theaterbau 1828 sowie seine Bedeutung für das musische und kulturelle Leben unserer Stadt. Eine besondere Würdigung erfährt auch der niederdeutsche Dichter John Brinckman (1814 - 1870), dessen bedeutendste Werke während seiner Güstrower Zeit entstanden sind und bei Opitz & Co. verlegt wurden. Der letzte Raum der Ausstellung ist der Wirtschaftsentwicklung unserer Stadt im 19. Jahrhundert vorbehalten. Erinnert wird hier u. a. an die traditionsreiche Kaehlersche Eisengießerei und Maschinenfabrik, den Güstrower Hafen sowie an das Güstrower Gaswerk, das erste seiner Art in Mecklenburg.

Die Nutzung moderner Ausstellungstechnik und Großaufnahmen stadtgeschichtlich relevanter Exponate verstärken dabei den Erlebnischarakter des Museums.

Der Sonderausstellungsbereich im Obergeschoss steht für wechselnde Ausstellungen verschiedenster Thematik zur Verfügung, wird zukünftig aber auch für Veranstaltungen, Matineen, Vorträge oder Konzerte genutzt.

Einheimische und Touristen können sich im neuen Museum auf vielfältige Art und Weise mit der Geschichte unserer Stadt vertraut machen. Die Ausstellungen stehen ihnen als neues Freizeit- und Bildungsangebot zur Verfügung.

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag 09:00-19:00 Uhr  
09:00-18:00 Uhr (Oktober bis April)
Samstag 10:00-17:00 Uhr
10:00-16:00 Uhr (Oktober bis April)

Sonntag

11:00-17:00 Uhr 
11:00-16:00 Uhr (Oktober bis April) 

Eintrittspreise

Allgemeiner Eintritt 3.50 Euro
Ermäßigt für Schüler, Studenten, Senioren, Schwerbehinderte, Soldaten im Grundwehrdienst, Zivildienstleistende
1.50 Euro
Familienkarte (Eltern mit Kindern unter 16) 7.00 Euro
Gruppenkarte ab 10 Personen für Erwachsene, pro Person 2.50 Euro
Schulklassen Freier Eintritt
Führungen zzgl. Eintritt (bis 25 Personen) 15.00 Euro
Museumspädagogische Veranstaltungen zzgl. Eintritt 10.00 Euro
Kinder unter 6 Jahre, Presse, Mitglieder des Museumsverbandes MV, Begleitung schwerbehinderter Personen Freier Eintritt
Kombiticket Städtische Galerie Wollhalle und Museum
Allgemeiner Eintritt 4.50 Euro
Ermäßigter Eintritt 2.50 Euro
Familienkarte 9.00 Euro
Erwachsenengruppe (ab 10 Personen) pro Person 3.00 Euro

Museum Franz-Parr-Platz 10 Besucherangebote:
Führungen, Vorträge, Ausstellungsgespräche, Museumspädagogische Begleitprogramme für Kinder & Jugendliche aller Altersstufen, Projekttage & Workshops

Bibliothek
Die Museumsbibliothek mit bibliophilen Kostbarkeiten zur Geschichte Güstrows und Mecklenburgs steht Nutzern als Historische Präsenzbibliothek nach Voranmeldung zur Verfügung.
Die Museumsbibliothek befindet sich im Gebäude der Uwe Johnson-Bibliothek am Wall 2. Telefon: 03843 726-220

Kontakt

Telefon: 03843 769-120
Fax: 03843 769-545
E-Mail: stadtmuseum@guestrow.de