Nachrichten und Informationen aus der Barlachstadt Güstrow

Ausblick auf das Jahr 2013

"Bildung hat in Güstrow Tradition."

In der Barlachstadt sind städtische Schulbauvorhaben in Vorbereitung - die Verlagerung des Schulstandortes der Hasenwaldschule in die Hafenstraße mit Hortneubau, die vollständige Sanierung der Kerstingschule am Standort Heiligengeisthof mit Verlegung des Schulhofes sowie der Ersatzneubau für die Container der Thomas-Müntzer-Schule in Dettmannsdorf.
Zur Zeit läuft der Ausbau der Freien Schule mit der Erweiterung für den gymnasialen Abschluss und den Sportanlagen. Interessant wird die Entwicklung der ecolea. Für den Schulbetrieb wird das alte Krankenhaus nicht mehr ausreichend sein. Zusammen mit dem DRK wird eine Lösung für den Schulsport angestrebt.
Eine Schule zur Ausbildung der Angehörigen des Priesterstandnachwuchses lässt sich in Güstrow seit der Gründung des Kollegiatstifts 1236 nachweisen. Die Domschule wurde durch Herzog Johann Albrecht I. von Mecklenburg im Jahr 1552 als Lateinschule gestiftet und als Gymnasium geführt. Das Gebäude der Domschule von 1575/79 ist der älteste erhaltene Schulbau in Mecklenburg. Die Finanzierung erfolgte durch Herzog Ulrich mit Hilfe der Stadt, der Domgemeinde und wohlhabender Bürger. Bau- und landesgeschichtlich ist die Alte Domschule ein herausragendes Einzeldenkmal und bemerkenswerter Renaissancebau. Das Gebäude hat eine zur Innenstadt orientierte Giebelfront, die als Schaufassade ausgebildet ist. Den östlichen Giebel ziert das Wappen Herzog Ulrichs und seiner Gemahlin Elisabeth. Das Land als Schulträger, in diesem Fall der Herzog, spielte in Güstrow schon immer eine hervorgehobene Rolle. Die Schule entwickelte sich zur besten mecklenburgischen Particularschule, auch Gelehrtenschule genannt. Viele unterschiedliche Schulnutzungen sind dokumentiert, bis eine Verlagerung des Unterrichts aus baulichen Gründen im Jahr 2002 erfolgte. Im Jahr 2010 ist es endlich gelungen, wieder eine Schulnutzung für das Gebäude zu finden. Mit der Schließung des Barlach-Gymnasiums und dem gleichzeitigen Zusammenschluss mit dem John-Brinckman-Gymnasium wird im Jahr 2013 der Ausbau der Alten Domschule als Haus III des John-Brinckman-Gymnasiums vollzogen.
Die Geschichte der heutigen Fachhochschule ist wechselhaft. Viele Namen trug die Einrichtung, wie zum Beispiel Institut für Lehrerbildung, Pädagogisches Institut, Pädagogische Hochschule und Fachhochschule für öffentliche Verwaltung. Aber das Lehren und Weitergeben von Wissen ist immer Bestandteil der Arbeit geblieben. Daneben sind aber auch Nutzungen als Kriegslazarett, russisches Verwaltungsgebäude und Landeskinderheim belegt. Auf dem Gelände der heutigen Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege wurde bereits im Jahr 1938 eine Lehrerbildungsanstalt eröffnet. Im Jahr 1943 erfolgte die erste Ausbildung der Volksschullehrer und ab 1947 die Ausbildung von Neulehrern in Kurzlehrgängen. Nach Übergabe der Lehrerbildungsanstalt durch die sowjetische Militäradministration an die Landesregierung Mecklenburg erfolgte im Jahr 1949 eine Umbenennung in „Institut für Lehrerbildung“. Mit der Umwandlung in das „Pädagogische Institut“ im Jahr 1953 erhielt die Einrichtung den Charakter einer Hochschule. Austauschstudenten aus Vietnam, Ägypten, Mocambique, Jemen, der Sowjetunion, Polen und der Tschechoslowakei studierten am Institut. Gleichzeitig begann die Forschungsarbeit auf den Gebieten Pädagogik, Fachmethodik und Naturwissenschaften. Das Pädagogische Institut stellte in Mecklenburg und dem Norden der DDR die einzige Ausbildung in dieser Form dar. 1972 erfolgte die Umbenennung in Pädagogische Hochschule. Ab 1990 konnte das fünfjährige Direktstudium mit dem 1. Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien abgeschlossen werden. Die Pädagogische Hochschule Güstrow war nun mit ihren Lehrinhalten, ihren Diplom- und Promotionsrechten den Universitäten völlig gleichgestellt und erhielt das Recht, Habilitationsverfahren durchzuführen. In den Jahren von 1991 – 1993 war die Pädagogische Hochschule Außenstelle der Universität Rostock. Ab 1991 erfolgte die letzte große Umwandlung zur Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege als Aus- und Fortbildungszentrum des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Die Fachhochschule hat sich im Laufe der Jahre zu einem Bildungs- und Kulturzentrum entwickelt. In der Bildungslandschaft der Barlachstadt hat sie einen festen Platz und bietet besonders regionalen Künstlern ein stark beachtetes Ausstellungsforum. Darüber hinaus hat die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege auch als Arbeitsgeber eine große Bedeutung in der Barlachstadt.

Arne Schuldt
Bürgermeister

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