Schätze aus dem Depot

Abbildung: Zinnfiguren nach den Bildern von Georg Friedrich Kersting, Foto: Stadtmuseum

Das Güstrower Stadtmuseum zeigt innerhalb der Museumsreihe „Schätze aus dem Depot“:
Zinnfiguren

Im Erdgeschoss des Güstrower Stadtmuseums werden in einer Standvitrine Zinnfiguren und Gerätschaften zur Herstellung von Zinnfiguren aus dem Depot des Hauses vorgestellt.

Als Kinderspielzeug sind Zinnfiguren erstmals im 16. Jahrhundert nachzuweisen. Der Rat der Stadt Nürnberg erlaubte 1578 den Zinngießern die Herstellung von „Kindswerk“, womit das Spielzeug „Zinnfigur“ entstand.

Die eigentliche Verwendung und Verbreitung der Zinnfigur als Spielzeug setzte zu Beginn des 18. Jahrhunderts ein. Durch die Erfindung des Porzellans wurde das Gießen von Zinngeschirr für die fürstliche Hofhaltung unrentabel. Die Gießer suchten einen neuen Markt und fanden diesen im Zinnspielzeug. Es war aber immer noch ein seltenes und teures Spielzeug, das noch für Jahrzehnte den Angehörigen des Adels und des wohlhabenden Bürgertums vorbehalten blieb.

Im 19. Jahrhundert ging man zur Fabrikproduktion über: Zinnfiguren wurden, bemalt und in Schachteln verpackt, auf Jahr- und Weihnachtsmärkten angeboten und auch versandt.
Seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Zinnfigur dann immer mehr zu einem Objekt des Sammelns. Damit entstanden Sammlerobjekte, die weniger für das Spiel gedacht sind, sondern die kulturhistorische Bedeutung der Zinnfigur in den Vordergrund rücken.