Stadtumbau Südstadt

Seit 1993 wird der von der Politik, der Verwaltung, den Wohnungsunternehmen WGG und AWG, den Stadtwerken, dem Treuhänder DSK und den Bürgern getragener Prozess der Wohnumfeldverbesserung und des Stadtumbaus (Förderprogramm seit 2002) in der Südstadt aktiv umgesetzt. Diese Städtebauförderung hat das Erscheinungsbild der Südstadt, dem größten Wohngebiet von Güstrow, wesentlich verändert.

 

Die Südstadt mit ihren drei Bauabschnitten ist ein gewachsener Stadtteil, der sich gut in die Stadtstruktur von Güstrow integriert. Der Stadtteil ist mit seiner sozialen Infrastruktur, günstiger Erschließung durch den ÖPNV, einem guten Angebot an Dienstleistungs-, Versorgungs- und medizinischen Einrichtungen und einem guten Bezug zum Landschaftsraum ein zukunftsfähiger Wohnstandort in Güstrow.

 

Die im Oktober 1996 von der Stadtvertretung beschlossene Rahmenplanung bildete die Grundlage für alle durchgeführten Maßnahmen der Wohnumfeldverbesserungen. Die bewilligten Fördermittel wurden für die Aufwertung des Stadtraumes, wie Neugestaltungen von Innenhöfen, Spiellandschaften, Grünzügen sowie für die Gestaltung von Straßenräumen und Plätzen und die Schaffung von Stellplätzen eingesetzt.

 

Alle bisher durchgeführten Maßnahmen in der Südstadt sind im Übersichtsplan dargestellt.

 

Im Juli 2013 wurde eine Überfliegung der Südstadt durchgeführt, in welcher die Veränderungen in der Bebauungsstruktur als auch die Veränderungen im Straßenraum und im Wohnumfeld deutlich werden. Das Luftbild zum Vorhaben der Stadterneuerung ist als Plakat in der Größe 83 cm x 118 cm im Stadtentwicklungsamt bei Frau Dettmann Tel.: 0 38 43 - 76 94 37 kostenfrei erhältlich.

 

Mit dem ab 2002 teilweise rasant zunehmenden Leerstand im 3. Bauabschnitt (BA) wurde auf der Grundlage des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) der Schwerpunkt für Aufwertungs- und Sanierungsmaßnahmen in den 1. und 2. BA der Südstadt verlagert. Die umfassende Attraktivitätssteigerung durch hohe Investitionen im öffentlichen und privaten Bereich spiegeln sich hier in einer hohen Wohnzufriedenheit und einem geringen Leerstand wider. Die koordinierten Maßnahmen von Sanierungen der Wohnblöcke und den Aufwertungsmaßnahmen im Rahmen des Stadtumbaus führten zu einem stabilen und nachgefragten Wohngebiet. Für den 1. und 2. Bauabschnitt der Südstadt kann ein erfolgreicher Schlusspunkt im Stadtumbau gesetzt werden.

Im 3. Bauabschnitt sollten gemäß Integriertem Stadtentwicklungskonzept die Rückbaumaßnahmen zur Wohnungsmarktstabilisierung wesentlich drastischer erfolgen. Im Jahr 2002 standen noch 474  Wohnungen in der Südstadt leer, das entsprach einer Leerstandsquote von 11,2 %. Der hohe Leerstand im 3. BA wurde 2005 mit dem Abbruch eines ganzen Blockbereiches in der Ringstraße und weiterer Blöcke in den darauffolgenden Jahren wesentlich verringert. Insgesamt wurden in der Südstadt Rückbaumaßnahmen von 494 Wohneinheiten (WE) durch die Wohnungsunternehmen realisiert.

Gemäß der Erfassung durch das jährlichen Monitoring betrug die Leerstandsquote 2014 noch 3,3 % (128 freie WE). Diese Leerstandstandsquote liegt unterhalb des Anteils an Wohnungen, die für Umzüge zur Verfügung stehen sollten (Mobilitätsreserve von 3 bis 5 %).

 

Die allgemeine demografische Entwicklung spiegelt sich auch in diesem Stadtteil deutlich wider. Anfang der 90er Jahre wohnten noch ca. 11.500 Bürger in der Südstadt. 2002 waren es 7.356 Einwohner mit Haupt- und Nebenwohnsitz. Inzwischen hat sich die Einwohnerzahl der Südstadt mit 6.111 WE (Hauptwohnsitz) stabilisiert.

 

Neben den Maßnahmen zur Aufwertung im öffentlichen Bereich und zur Wohnungsmarktstabilisierung bedeutet Stadtumbau auch private Investitionen der Wohnungsunternehmen zur Schaffung eines nachgefragten und bedarfsgerechten Angebotes an Wohnraum. Gute Beispiele sind in der August-Bebel-Straße 25, der Ringstraße 83 und 1 - 8 mit sanierten und seniorenfreundlichen Wohnungen geschaffen worden. Die Nachnutzung eines nicht mehr benötigten Schulgebäudes im Tolstoiweg mit 28 seniorenfreundlichen Wohneinheiten durch das DRK und der Neubau der AWO mit 36 WE für betreutes Wohnen sind Maßnahmen entsprechend der demografischen Entwicklung. Andererseits sind weiterhin öffentliche Maßnahmen erforderlich, damit die begonnene Aufwertung und Erhaltung der Infrastruktur abgeschlossen werden kann. Diese  Maßnahmen werden in der Fortschreibung des Rahmenplanes von 2008 dargelegt, welcher sich auf den 2. und 3. BA konzentriert. Eine weitere Gewährung von Städtebauförderungsmitteln ist jedoch nicht zu erwarten. Im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel im städtebaulichen Sondervermögen Südstadt  ist die Gestaltung des Umfeldes der „Schule am Inselsee“ für 2016 vorgesehen.

 

Soziale Infrastruktur

Einen erheblichen Beitrag zur Verbesserung der sozialen Infrastruktur leistet der Neubau des Jugendzentrums in der Ringstraße, welches 2004 mit Hilfe von Städtebauförderungsmitteln gebaut wurde.

Jugendzentrum Ringstraße

In den vergangenen 20 Jahren wurden auch die sozialen Einrichtungen in der Südstadt durch Investitionen freier Träger wesentlich aufgewertet. Mit dem Neubau des attraktiven Schulgebäudes der Anne-Frank-Schule durch die Güstrower Werkstätten GmbH wird ein positiver Impuls über den Stadtteil hinaus gegeben. Der Abriss des nicht mehr benötigten Schulgebäudes wurde aus dem Programm „Stadtumbau Ost- für Maßnahmen der Rückführung der städtischen Infrastruktur“ (RSI) gefördert. Einige Jahre stand auch das ehemalige Ernst-Barlach-Gymnasium im Tolstoiweg leer. Mit einer Förderung aus dem RSI-Programm wurde dieser städtebauliche Missstand 2011/12 beseitigt.

In der Schulstruktur wird das Schulgelände in der Bistede von der Freien Schule Güstrow genutzt. Es wurde erweitert und umfangreich saniert sowie die Außenanlagen neu gestaltet. Die Sanierung der städtischen Schule "Schule am Inselsee" erfolgte in zwei Bauabschnitten. Als abschließende Maßnahme des Stadtumbaus ist die Neugestaltung des Schulumfeldes unter Einbeziehung eines Teilbereiches der Werner-Seelenbinder-Straße 2016 geplant.

In Bezug auf die Sportstättenversorgung wurde die Sporthalle in der Werner- Seelenbinder- Straße über das Förderprogramm "Energetische Stadtsanierung" saniert. Im Tolstoiweg wurde die Sporthalle des DRK mit dem Einsatz von Fördermittel aus dem städtebaulichen Sondervermögen Südstadt und der Sportstättenförderung Ende 2013 saniert und dem Schul- und -Vereinssport wieder zur Verfügung gestellt.  Die direkt daneben stehende städtische Sporthalle, die einen schlechten Bauzustand aufwies, wurde mit RSI –Mitteln im Herbst 2014 abgebrochen.

 

Städtebauförderungsmittel

Seit 1993 flossen 14,3 Mio. € Städtebaufördermittel des Bundes, des Landes Mecklenburg-Vorpommern und der Barlachstadt Güstrow in die Wohnumfeldverbesserungs- und Stadtumbaumaßnahmen der Südstadt. Für die Stabilisierung des Wohnungsmarktes erhielten die Wohnungsunternehmen in der Südstadt 1,7 Mio. €. Im städtebauliche Sondervermögen Südstadt stehen außerdem ca. 700 T€ sonstige Einnahmen zur Verfügung, da die Erschließungsanlagen nur anteilig mit Städtebaufördermitteln finanziert wurden und grundsätzlich von den Eigentümern Beiträge nach dem Kommunalabgabegesetz (KAG) erhoben wurden. Insgesamt kann eingeschätzt werden, dass die Städtebauförderung in der Südstadt zweifellos ihre Wirkung erreicht hat. Gemeinsames Ziel bleibt es weiterhin, die gute Zusammenarbeit mit den Wohnungsunternehmen fortzuführen und die Südstadt als Wohnstandort zu konsolidieren und damit das Image und die Akzeptanz weiter zu erhöhen.

 

Arrondierung mit Einfamilienhäusern

Das Wohngebiet Seeblick, welches über die August-Bebel-Straße und den Schwanenhals an die Südstadt angebunden ist, war die erste Arrondierung mit Eigenheimen und Mehrfamilienhäusern. Eine langjährige Gewerbebrache im Pfahlweg in Randlage der Südstadt wurde 2009 beräumt. Hier kann über einen rechtskräftigen Bebauungsplan der Nachfrage für Einfamilienhausbebauungen entsprochen werden. Diese Eigenheimbebauung verbessert das Image des Stadtteils und entspricht der aufgezeigten Nachfrage in diesem Wohnungsmarktsegment, schafft eine bessere Auslastung vorhandener Infrastruktureinrichtungen und wertet den Siedlungsrand zur freien Landschaft auf. Die Erschließung für dieses Wohngebiet wird durch einen Vorhabensträger geplant.