Vitalisierung des nordöstlichen Altstadtrandes

Plan mit Gebietsabgrenzung "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren"

Die Barlachstadt Güstrow hat mit Beschluss vom 16.04.2009 den nordöstlichen Altstadtrand als Fördergebiet für den Einsatz von Städtebaufördermitteln aus dem Programm zur Förderung von aktiven Stadt- und Ortsteilzentren festgelegt.

Von den 57 Gebäuden in diesem Gebiet waren zu Beginn der Maßnahme (2008) über 60 % (35 Gebäude) sanierungsbedürftig und zum Teil vom Verfall bedroht. Von diesen Gebäuden befanden sich mehr als ein Drittel (13 Gebäude) in städtischem Besitz. Diese Gebäude konnten insgesamt privatisiert werden. Für das Gebäude Am Berge 2, das erst 2011 ins Sanierungssondervermögen kam, ist der Verkauf mit Fördermittelzusage beschlossen worden.

Auf der Grundlage eines von dem Planungsbüro AC Schmidt und Ehlers in Zusammenarbeit mit der Barlachstadt Güstrow erarbeiteten Leitfadens entstand ein Integriertes Handlungskonzept, welches bei der Umsetzung der städtebaulichen Zielvorstellungen zum Tragen kommt.

Blick in Richtung Stadtmauer mit den sanierten Hofansichten der Gebäude Am Berge 10 - 13 und Lange Straße 1
Blick von der Nebel in Richtung Am Berge
Neugestaltung der Freifläche "Stadtmauer/Freiraum Am Berge"
Die Anlage "Stadtmauer/Freiraum Am Berge" lädt zum Verweilen ein.
Blick über die gestaltete Freifläche in Richtung Baustraße
Straßenzug Am Berge 12 - 13 in Richtung Lange Straße 1 - 5 mit der Neugestaltung des Verkehrsraumes
Blick von der Mühlenstraße in die Lange Straße
Mühlenstraße 48
Neugestaltung der wohnungsnahen Freifläche zwischen der Langen Straße und Gleviner Mauer
Lange Straße 4 und 5 mit neuem Anblick
das umfangreich sanierte Fachwerkhaus Lange Straße 48

Von den festgelegten Handlungsschwerpunkten des Integrierten Handlungskonzeptes wurden folgende Maßnahmen bereits durchgeführt bzw. sind noch offen:

1. Aufwertung des öffentlichen Raumes

- Sanierung Lange Straße (2009),
- Sanierung Baustraße (2011),
- Sanierung des 1. Bauabschnittes Am Berge (Lange Straße bis Durchlassbauwerk, 2013),
- Sanierung Am Berge, 2. Bauabschnitt - Aufwertung Mühlenstraße,
- Neuordnung und Aufwertung des Freiraumes an der Nebel durch Aufenthalts- und Spielbereiche,
- Aufwertung wohnungsnaher Freiräume in Abhängigkeit von der Sanierung der Objekte.

2. Instandsetzung und Modernisierung von 13 stadtbildprägenden Gebäuden mit dringendem Sanierungsbedarf (hohe Priorität)

- Am Berge 8 (2010),
- Am Berge 10/11 (2012),
- Am Berge 12 (2012),
- Am Berge 13 (2010),
- Lange Straße 5 (2013),
- Lange Straße 48 (2011),
- Mühlenstraße 48 (2013),
- Am Berge 2,
- Baustraße 25/25 B,
- Hollstraße 17,
- Lange Straße 47,
- Mühlenstraße 46,
- Mühlenstraße 47.

Umfassender Sanierungsbedarf bzw. Ortsbildverbesserung von 16 Gebäuden (mittlere Priorität)

- Lange Straße 1 (2011),
- Lange Straße 2 (2011),
- Lange Straße 3 (2011),
- Lange Straße 4 (2013),
- Lange Straße 6 (2010),
- Lange Straße 7 (2010),
- Lange Straße 8 (2010),
- Lange Straße 50 (2013),
- Am Berge 1,
- Lange Straße 44,
- Lange Straße 45,
- Lange Straße 46,
- Lange Straße 49,
- Lange Straße 51
- Lange Straße 54,
- Mühlenstraße 45.

Ortsbildverbesserung von 6 Gebäuden (niedrige Priorität)

- Baustraße 14 A (2013) Sanierung des Hofgebäudes
- Baustraße 14,
- Baustraße 17,
- Baustraße 23,
- Hollstraße 15,
- Hollstraße 16.
-

3. Bau- und Ordnungsmaßnahmen

- Neugestaltung des Blockinnenbereiches für die Wohnhäuser Lange Straße 1 - 5 und Gleviner Mauer 25 - 26 (2013),
- Neugestaltung der Stellplatzanlage auf der Fläche Baustraße 15/16 (2013),
- Neubau Lange Straße 4 (2013),
- Neugestaltung der Freifläche „Stadtmauer/Freiraum Am Berge“ (2013),
- Entwicklung des Blockinnenbereiches Mühlenstraße/Lange Straße/Hollstraße
- Entwicklung des Blockinnenbereiches Gleviner Mauer/Lange Straße
- Entwicklung wohnungsnaher Freiräume, die im Zuge der Durchführung von Baumaßnahmen erfolgen.

           

Aus der Gegenüberstellung von geplanten und realisierten Maßnahmen ist ersichtlich, dass in einem relativ kurzen Zeitraum (2009 bis 2013) wesentliche Impulse für die städtebauliche Entwicklung des Quartiers gesetzt wurden. Während die Barlachstadt Güstrow durch die Sanierung der Straßen, Plätze und Grünanlagen die Missstände im öffentlichen Raum beseitigt hat, ist die Sanierung der Gebäude vor allem den privaten Bauherrn zu verdanken, die mit Hilfe von Städtebaufördermitteln ihre Objekte entsprechend den Zielvorstellungen saniert haben.

Insgesamt verlief die Entwicklung so positiv, dass auf das geplante Citymanagement verzichtet werden konnte. Auf die bisherige städtebauliche Aufwertung können alle beteiligten Akteure stolz sein.

Dennoch besteht Handlungsbedarf für 14 Objekte, davon ist für 8 Objekte eine Voll- und für 6 Objekte eine Teilmodernisierung perspektivisch vorgesehen.

Die Gebäude Mühlenstraße 46 - 47 stellen aufgrund ihres langen Leerstandes und schlechten Bauzustandes weiterhin einen städtebaulichen Missstand dar. Das Gebäude Mühlenstraße 46 erhält aufgrund einer Zwangsversteigerung in Kürze einen neuen Eigentümer. Ebenfalls findet gegenwärtig ein Eigentümerwechsel bei der Mühlenstraße 47 statt. Nach den Eigentümerwechsel können hier genaue Aussagen zum Umgang mit den sehr baufälligen Gebäuden gemacht werden.

Für den in der Vergangenheit noch geplanten Neubau an der Gleviner Mauer (Am Berge 13 A) sieht der beschlossene Rahmenplan nunmehr eine Freiflächengestaltung vor.

In der Hollstraße ist nach wie vor das Objekt des ehemaligen Eiskellers ein ungelöstes Problem. Dies betrifft u. a. die Nutzungsmöglichkeit für dieses Gebäude.

Gegenwärtig laufen die Planungsvorbereitungen für die Sanierung der Objekte Am Berge 1/ Mühlenstraße 23. Für Am Berge 2, bei dem die Verkaufsverhandlungen noch laufen, ist eine Sanierung mit Fördermittelzusage politisch beschlossen. Mit der Sanierung Lange Straße 44/Hollstraße 17 wurde bereits begonnen.

Die erforderlichen Sanierungen der Erschließungsanlagen sind bis auf die Mühlenstraße und den 2. Bauabschnitt Am Berge fertig gestellt. Für die Mühlenstraße wurde bereits mit den Planungsvorbereitungen begonnen. Eine Realisierung erfolgt voraussichtlich im Jahr 2015.

Mit Stand November 2013 sind ca. 5 Mio. € Fördermittel in das Gebiet geflossen, weitere Finanzierungsmittel in Höhe von ca. 1,2 Mio. € sind gesichert. Bis zum Abschluss der Maßnahme ergibt sich noch ein Bedarf von ca. 2,8 Mio. €.